Kundalini, Chakras und okkulte Kräfte

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Im Westen interessiert man sich insbesondere für die Wunderkräfte der Yogis, die mit der geheimnisvollen Kundalinikraft und den Chakras in Verbindung stehen. Im Yoga wird man immer über dieses Thema sprechen müssen, dennoch ist es mir wichtig, hier zu betonen, dass die Wunderkräfte, die man im Yoga entwickeln kann, keineswegs das Ziel des Yogas sein sollten. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Kräften nur allzu häufig um Fallstricke, die den Sucher vom eigentlichen inneren Weg ablenken und ihn spirituell betrachtet zu Fall bringen. Wer diese Kräfte entwickelt bevor er den Willen den Höchsten bzw. seiner eigenen Seele erkannt hat, läuft Gefahr, diese Kräfte zur Schau stellen zu wollen und dem Ego unterzuordnen, was fast immer karmisch und spirituell betrachtet sehr ungünstige Folgen nach sich zieht.

pexels samuel silitonga 737586Das Bewusstsein allein zählt

Jesus genießt heute nicht seinen überragenden Ruf, weil er über Wasser gegangen ist oder aus Wasser Wein gemacht hat, sondern nur wegen seines göttlichen Bewusstseins. Und die Entwicklung des Bewusstseins des Selbst bzw. die Vereinigung mit dem Gottesbewusstsein sollte immer das Ziel eines jeden Yogapfads bleiben.

Menschen die von Wunderkräften angelockt werden, kommen aus Neugierde. Sie werden ein paar Tage begeistert sein, aber kaum einer von ihnen wird dadurch bereit werden, das spirituelle Leben tatsächlich zu beginnen. Sie werden irgendeinmal sagen, na gut, er kann erstaunliche Dinge vollbringen, aber was solls… Sucher hingegen, die eine innere Sehnsucht nach Meditation, nach dem Nachinnentauchen verspüren, brauchen keine Wunder, um ihre Sehnsucht zu intensivieren.

Okkulte Kräfte können ein Hindernis sein

Oftmals stellen sich allerdings diese okkulten Kräfte von selbst bei einem Yogapraktizieren im Laufe langer Jahre der inneren Übung ein. Dann ist wichtig, darauf zu achten, sie nicht zu missbrauchen. Es ist bekannt, dass hohe Meister, wie etwa Sri Aurobindo oder Sri Ramakrishna, wiederholt ihren Schülern okkulte Kräfte, welche diese vorzeitig entwickelt hatten, zu deren Schutz wieder weggenommen hatten - natürlich nur um diese zum geeigneten Zeitpunkt wieder zurückzugeben.

pexels pixabay 45178Der Kundalini-Weg

Natürlich gibt es auch den ausgewiesenen Kundalini-Weg zur Gottverwirklichung. Wer diesen beschreiten will, muss allerdings oftmals viele Jahre, ja manchmal Jahrzehnte an seiner Reinheit arbeiten, bevor er ihn überhaupt beginnen kann. Ansonsten wird sich der Sucher mit gewaltigen Schmerzen und Gefahren konfrontiert sehen. Das Öffnen der Chakras ist nämlich wie ein Spiel mit einem scharfen Messer., und selbst wenn der Sucher gut vorbereitet ist, bleibt dieser Weg immer noch schwierig zu beschreiten bzw. mit vielen Fallstricken versehen. Aber zweifellos ist es möglich, auch über diesen Weg zur Gottverwirklichung zu gelangen.

Prana - die Lebensenergie

Der Mensch verfügt über tausende subtile Nerven, in welchen Prana, also Lebensenergie fließt. Diese Nerven lassen sich nicht sezieren, da sie sich nur im feinstofflichen Bereich befinden, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht existieren. Mit Pranayama, einer uralten über die Jahrtausende entwickelten hocheffektiven, aber nicht ungefährlichen Methode lernt man diese Energieflüsse über bestimmte Formen der Atmung zu regulieren und zu beeinflussen. Da diese Techniken immer unter der Anleitung eines authentischen Pranayama-Meisters ausgeführt werden müssen, werden hier absichtlich keine Techniken angeführt. Es sei nur so viel erwähnt, dass dabei die wechselseitige Atmung einmal durch das rechte, einmal durch das linke Nasenloch hier mit eine Rolle spielt.

pexels pixabay 158465Einheitliche Merkmale der Chakras

Jedes Chakra hat eine rundliche Form und ähnelt einer Lotusblume, es bewegt sich im Uhrzeigersinn. Jedes Chakra verfügt über einen „Samenklang“, also über ein Mantra, das in einer bestimmten Tonhöhe gesungen werden sollte und zur Öffnung des Chakras beitragen kann. In der indischen Mystik werden jedem Chakra bestimmte Symbole zugeordnet, die aufgrund deren inneren Bedeutung für das Chakra stehen (etwa eine Blume oder ein Tier). Ja, im Yoga ist sogar jedem Chakra eine Gottheit zugeordnet. Man muss das als einen Aspekt des einen Höchsten verstehen, der sich in diesem Chakra ausdrückt.

MULADHARA oder Steißbein-Chakra

Dieses Chakra regiert das Physische und Unbewusste. Es befindet sich an der Basis der Wirbelsäule. Der Keimlaut, das Mantra lautet „Lam“.

Die Farbe des Chakras ist rot bis orange. Hier schlummert die Kraft, Krankheiten zu heilen. Wer dieses Chakra in egoistischem Sinne anwendet, also ohne den Willen Gottes auszuführen, wird schlechtes Karma über sich und seine Patienten bringen. Es ist auch vorgekommen, dass Menschen mit diesem Chakra Krankheiten auf sich gezogen haben, ohne ihre Patienten zu heilen; eine Gefahr des zu frühen Einsatzes dieses Chakras.

Wer dieses Zentrum geöffnet hat, verfügt darüber hinaus über die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen. Er kann auch Wissen über alles erlangen, was ihn interessiert.

pexels sadaham yathra 813421SVADHISTANA oder Milz-Chakra

Dieses Chakra regiert das niedere Vitale. Es befindet sich vor der Wirbelsäule auf der Höhe der Milz. Der Keimlaut, das Mantra lautet „Vam“. Die Farbe ist blutrot, das Chakra zeigt 4 Blätter.

Mithilfe dieses Chakras erhalten wir die Kraft, allem und jedem Liebe anzuerbieten und von allen Menschen und allen Dingen geliebt zu werden. Wenn man sich mit diesem Chakra auf die göttliche Liebe konzentriert, wird man mit seinem Bewusstsein sehr hoch steigen, wenn es die menschliche Liebe ist, wird man sehr tief fallen. Viele, ja die meisten Sucher fallen beim vorzeitigen Öffnen dieses Chakras aus menschlicher Schwäche heraus…

MANIPURA oder Nabel-Chakra

Dieses Chakra regiert das höhere Vitale. Es befindet sich vor der Wirbelsäule auf der Höhe des Nabels. Der Keimlaut, das Mantra lautet „Ram“. Die wichtigste Farbe ist grün, das Chakra zeigt 10 Blätter.

Mithilfe dieses Chakras erhalten wir die Kraft, alles Leid und alle Traurigkeit zu besiegen, und zwar ganz unabhängig davon, was wir erlitten haben.

Weiters erhalten wir die Fähigkeit, in die subtilen Welten und die höheren Welten einzudringen. Es ist ein Bewusstseinszentrum, das große Dynamik, Kraft und Stärke beherbergt. Diese Energie kann uns enorm helfen, sie kann aber, wenn sie missbraucht wird, auch zu brutaler Gewalt werden.

Schließlich regiert dieses Chakra noch einen guten Teil unserer Emotionen. Schon der kluge Volksmund sagt, „die Wut im Bauch“, oder „Schmetterlinge im Bauch“… Mit diesen Emotionen können wir einerseits uns selbst ausdehnen und zum Unendlichen werden, andererseits aber auch Opfer irdischer Genüsse werden – was in der Regel unseren spirituellen Fortschritt beendet.

pexels george becker 359564ANAHATA oder Herz-Chakra

Dieses Chakra regiert das höhere emotionale Wesen und befindet sich in der Mitte der Brust. Es befindet sich vor der Wirbelsäule auf der Höhe des Herzens. Der Keimlaut, das Mantra lautet „Yam“, wobei dieses langsam und sanft gesungen werden muss. Die wichtigste Farbe ist ein helles Gold, das Chakra zeigt 12 Blätter.

Mithilfe dieses Chakras erhalten wir reine Freude und die Seligkeit des Einsseins. Es ist völlig hoffnungslos, zu versuchen, den Zustand der Glückseligkeit mit Worten zu beschreiben. Er ist auch fast allen Menschen absolut unbekannt. Das spirituelle Herz schenkt uns die Befähigung, völlig eins mit dem zu werden, worauf wir meditieren –wir werden dann Teil dieser Realität. Im Gegensatz dazu sieht das „Dritte Auge“, also das Ajna-Chakra, zu dem wir gleich kommen werden, zum Beispiel (nur) das Licht, hat aber nicht das Gefühl, das es zu einem gehört, was zur Folge hat, dass man rasch einmal denken mag, es sei gar kein Licht, sondern nur eine Einbildung, eine Halluzination.

Das Anahata Zentrum ist aber auch voll grenzenloser Liebe und Frieden.

Last but not least gilt es als Tor zur Seele, die alles Göttliche, was wir im Innersten besitzen, verkörpert. Die Seele atmet in jeder Zelle unseres Wesens, das stimmt sicherlich, aber wenn wir direkten Zugang zur Seele suchen, müssen wir über das Herz gehen, denn das Herz ist gewissermaßen das Wohnzimmer der Seele – dort hält sie sich am meisten auf.

Eine weitere besondere Befähigung des Herzchakras: Wenn das Zentrum völlig geöffnet ist, erhalten wir die Möglichkeit, in der Vital-Ebene (Astralwelt) zu reisen. Wir können uns also in unserem Subtilkörper binnen Sekunden von einem Kontinent zu zum nächsten bewegen. In zahlreichen Erzählungen von Yogis wird diese Siddhi bestätigt. Die Meister warnen allerdings davor, diese Astralreisen zu unternehmen, bevor alle Chakras geöffnet sind. Es bestehe ansonsten die Gefahr, dass man nicht mehr in den Körper zurückkehren könne.

Das wichtigste, das uns allerdings das Herzchakra schenkt, ist die Hingabe und die innere Strebsamkeit. Nur mit Strebsamkeit können wir im inneren Leben etwas erreichen! Daher ist das Herzchakra jener Ort, auf welchen man am besten meditiert: Es gibt praktisch keine Gefahren und gleichzeitig kann man hier enormen inneren Fortschritt machen und schließlich gilt dieser Weg auch als sonnenerleuchteter Pfad, da man vor allem die Süße des Lebens, die Liebe und das Positive erfährt, während man beim Jnana Yoga etwa oft „Dürreperioden“ bzw. Phasen starken Zweifels durchlauft..

pexels dts videos 515631Übrigens ist dieses Chakra auch in der westlichen Mystik bestens bekannt. Es gibt wohl kaum eine Kirche, in der man nicht eine „Herzjesu-Darstellung“ findet. Zumindest ein Bild von der Mutter Gottes wird man mit einem symbolischen Herz in der Mitte der Brust (nicht etwas auf der linken Seite, wo der eigentlich Muskel liegt) finden; meist versehen die Künstler das spirituelle Herz mit goldenen Strahlen

VISUDDHA oder Kehlkopfchakra

Das Kehlkopfchakra zählt zu jenen Chakras, die wohl am leichtesten zu öffnen sind bzw. die von der größten Anzahl der Menschen zumindest schon teilweise geöffnet ist. Es befindet sich auf der Höhe des Kehlkopfes und verleiht demjenigen, der es geöffnet hat, die Fähigkeit, göttliche, sublime und immerwährende Botschaften der Welt anzuerbieten, und zwar auf dem Gebiet der Musik, der Malerei, der Poesie usw.  Große Künstler wie Michelangelo, Leonardo ‚Da Vinci, Beethoven, Bach, Mozart, Goethe und andere erbrachten zumindest unbewusst zum Teil ihre Werke unter Zuhilfenahme dieses bewusstseinszentrums. Für die ‚Wissenschaft ist es völlig unklar, wie Beethoven die 9. Symphonie komponieren konnte, da er ja zu diesem Zeitpunkt schon völlig ertaubt war. Er hat sie selbst nie gehört. In wissenschaftlichen Experimenten vertäubte man das Gehör von großen Musikern mit absolutem Gehör und bat sie, einfache Kinderlieder zu singen – sie waren nicht dazu in der Lage. Hier kommt man also nur mit dem mystischen Wissen der Yogis weiter.

Darüber hinaus verleiht dieses Chakra dem Adepten, der es völlig geöffnet hat, die Macht über die Natur. Der Yogi hat die Fähigkeit, ewig zu wählen, ewig jung zu bleibe, auch wenn dies nie die Wahl eines Yogis sein wird. Allerdings heißt es, dass der Meister Babaji, der seit vielen, vielen Jahrhunderten im Himalaya lebt, seine Alterung aufgehalten hat und es gibt namhafte Yogis, die bezeugen, dass dies der Wahrheit entspricht!

Zusammenfassend kann man sagen, dass von diesem Zentrum wohl kaum eine Gefahr für den Adepten ausgeht, wenn er es öffnen sollte.

AJNA oder das Dritte Auge

Dieses Chakra zählt zu den mächtigsten der Chakras, es regiert alle unter ihm liegenden Chakras und verleiht seinem Besitzer erstaunliche okkulte Kräfte.

Man kann die Vergangenheit mit einem Blick erfassen. Ja, offensichtlich kann man die Zukunft sogar ins Jetzt bringen, was aber oftmals nicht unbedenklich ist, denn nur, wenn man über die nötige Reinheit und Stärke verfügt, wird man diese göttliche Herrlichkeit auch ertragen können und an der Erfahrung nicht zerbrechen. Gedankenlesen ist für das 3. Auge so einfach wie Wasser zu drinken.

Generell heißt es, dass die psychischen Kräfte des 3. Auges keine Grenzen kennen – sie sind endlos. Daraus ergibt sich: Wer das Ajna-Chakra missbraucht (und die Versuchung dazu ist für den unvorbereiteten Adepten gewaltig!), dem droht größte Zerstörung. Wer es hingegen so einsetzt, dass es im Willen Gottes verwendet wird, dann wird es zum größten Segen, den sich die Menschheit vorstellen kann.

pexels wendy hero 67818SAHASRARA oder das Scheitel- bzw. Kronenchakra

Das Scheitelchakra wird das stille Chakra genannt, das als höchstes Chakra über allen anderen steht, sich aber in nichts einmischt. Es wird auch das „älteste Familienmitglied“ genannt. Während die unteren sechs Chakras über den Shushumna Kanal untereinander verbunden sind, besteht zum Sahasrara Chakra keine direkte Verbindung

Wer in den tausendblättrigen Lotus des Scheitzentrums eindringen kann, der geht über das Bewusstsein dieser Welt hinaus. Er taucht in eine Ebene unendlichen Friedens ein. Hier wird man eins mit dem ewig sich selbst transzendierenden Jenseits. Man erkennt, dass man geburtlos und ohne Tod ist. Dort hat man immer mit Unendlichkeit, Unsterblichkeit und Ewigkeit zu tun. Hier wird der Innere Lenker unser wahrer und einziger Freund, und zwar auf einer Bewusstseinsebene, die man mit dem Verstand, also mit Worten nicht beschreiben kann: Hier wechselt man mit dem inneren Lenker Millionen von Geheimnissen innerhalb eines Augenzwinkerns aus.

Es ist einfach das höchste, das seelenvollste, das von Frieden erfüllteste, fruchtbarste Zentrum.

Hier wird man mein seiner Quelle, mit Gott eins, hier verschmelzt die Schöpfung mit dem Schöpfer zu einer Wirklichkeit. Man wird eins mit der Unendlichkeit, Ewigkeit und Unsterblichkeit. Es ist das Zentrum des alles überschreitenden Einsseins: der Wissende und der Gewusste, der Vater und der Sohn, der Leibende und der Geliebte – alle werden eins.

Abschließend möchte ich festhalten, dass das wichtigste, ja das einzig wichtige für den inneren Sucher der innere Schrei ist. Dieser bestimmt die Geschwindigkeit des inneren Fortschritts. Ohne diesen verläuft das spirituelle Leben völlig ohne Erfolg. Und diesen inneren Schrei erhält man nur vom Herzen. In diesem Sinne bringen uns all die anderen Chakras einfach nichts.

Ein aufrichtiger Sucher wird die verborgenen Kräfte und okkulten Siddhis niemals als sein Ziel betrachten. Er sorgt sich nur um das Höchste, um Gott. Er will Gottes lebendige Gegenwart in seinem Leben erfahren.

pexels alesia kozik 6019903 neuDie zwei Wege, um die Kundalini-Kräfte zu erwecken

  • Der tantrische Weg:

Hier handelt es sich um einen systematisierten und über die Jahrtausende ausgearbeiteten Weg, der zweifellos an das Ziel führen kann, aber gefährlich ist.  Gefährlich, weil er mit dem niederen Emotionalen und vitalen leben arbeitet. Der „Zugang“ ist dynamisch und mutig, Entweder man schafft die nötige Reinigung, wenn man mutig in die Vitalwelt eintritt – dann kommt man triumphierend heraus. Oder aber man wird in der Unwissenheit der Vitalwelt völlig verloren sein, wenn man innerlich nicht stark genug ist, die Vitalkräfte zu besiegen.

Der tantrische Prozess verlangt vom Sucher ununterbrochenes und ungebrochenes Gewahrsein seiner inneren Aufwärtsbewegung vom Muladhara Chakra zum Sahasrara Chakra. Diesen Weg ohne authentischen Kundalini-Meister zu gehen, bedeutet in der Regel spirituell Harakiri zu begehen. Aber selbst unter Leitung eines befugten Meisters ist die Gefahr, dass man auf Abwege kommt, beachtlich.

Wer diesen Weg beschreitet, sollte Milchprodukte meiden

  • Der vedantische Weg

Hingegen ist ein einfacher, sicherer und mystischer Weg, der dennoch in keiner Weise weniger überzeugend oder weniger erfüllend ist. Er ist insofern sicher, als sich der Sucher konzentriert und meditiert, und so danach trachtet, sein Bewusstsein zu reinigen und zu erleuchten, bevor er sich anschickt, mit seinen dunklen, unreinen, niederen Vitalkräften, die ihn binden wollen, zu arbeiten.

Der vedantische Weg verlangt vom Sucher bewusstes und konstantes Gewahrsein des sich entwickelnden und befreienden Bewusstseins. Es ist der Weg, dem von der ganz überwiegenden Zahl der Yogis dem Vorzug gegeben wird, denn nur zu schnell verliert der Adept des tantrischen Wegs seine Balance und kann sogar, wenn die innere Reinigung nicht weit genug fortgeschritten ist, verrückt werden. In der überwiegenden Zahl der Fälle bedeutet die Entwicklung okkulter Kräfte tatsächlich einen Fluch und in keiner Weise einen Segen, denn viele, viele aufrichtige Sucher sind durch diese vom Weg der Wahrheit abgekommen. In 99% der Fälle wird die Kundalinikraft missbraucht.

Tatsächlich ist es absolut unnötig, die Zentren zu öffnen, um Gott zu verwirklichen. Es gibt keine direkte Verbindung zwischen der Entwicklung der Kundalinikraft und der Entwicklung der Seele. Aber wenn man intensive Meditation vom höchsten Typ praktiziert, dann öffnen sich die Zentren automatisch. Auch wenn man Gott verwirklicht, kommt alles von selbst, sogar, wenn man die Kundalinikraft gar nicht anstrebt.

Arthada, 2.6.2021

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