Sri Aurobindo

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Sri Aurobindo (1872-1950), gebürtiger Inder, wurde mit 7 Jahren zur Erziehung nach England geschickt und war ein brillanter Student in Cambridge. Mit 21 Jahren kehrte er nach Indien zurück, arbeitete vorerst als Professor, später galt er als einer der führenden Köpfe im Kampf für die indische Unabhängigkeit. 1908 kam er ein Jahr lang wegen seiner aufrührerischen Aktivitäten ins Gefängnis und praktizierte dort Yoga. Im Gefängnis erfuhr er höchste spirituelle Trancezustände und erkannte, dass Gott (Krishna) zu allem geworden war.

1910 zog sich Sri Aurobindo völlig von der Politik und Welt zurück, um sich ganz seiner spirituellen Aufgabe zu widmen. 1926 wurde in Pondicherry, Südindien, der Sri Aurobindo Ashram gegründet, dessen Verantwortung ganz in den Händen der Mutter, Sri Aurobindos spiritueller Gefährtin lag. Sie führte die die Schüler, die Sri Aurobindo inzwischen angenommen hatte. Er selbst verbrachte die letzten 24 Jahre in völliger Abgeschiedenheit und verließ sein Zimmer nicht mehr. Der literarisch sehr produktive spirituelle Meister verbrachte die meiste Zeit in Meditation und führte seine Schüler, die ihn jährlich nur bei ca. drei Gelegenheiten für ein paar Sekunden sehen konnten, praktisch „nur“ innerlich auf ihrem spirituellen Weg.

Sri Aurobindo war nicht nur ein genialer Politiker, Philosoph und Dichter, sondern kann zweifellos zu den höchsten spirituellen Meistern der Menschheitsgeschichte gezählt werden. Er begründete den Integralen Yoga, in dem – im Gegensatz zu vielen traditionellen Yogawegen - kein Rückzug aus der Welt angestrebt wird, sondern vielmehr versucht wird, die Welt anzunehmen und in eine göttliche Welt umzuwandeln. Die treibende Kraft dieser Umwandlung – so Sri Aurobindo – ist der sog. „Supermind“, das Bewusstsein, das der gesamten Schöpfung zugrunde liegt. Sri Aurobindo arbeitete innerlich unter anderem an der erstmaligen Herabkunft des supramentalen Bewusstseins in die Materie.

Seine Hauptwerke sind "The Life Divine", eine Abhandlung über den Yoga, und "Savitri", ein episches Kunstwerk, an dem er bis zu zwei Wochen vor seinem Tod geschrieben hat. Sehr empfehlenswert ist auch „Die Synthese des Yoga“. Sein Gesamtwerk umfasst 30 Bände.

Links: www.sriaurobindosociety.org.in

www.sriaurobindoashram.org

Zitate

„Es gibt Tausende von Wegen, sich dem Göttlichen zu nähern und es zu verwirklichen. Es hat keinen großen Sinn, über diese Variationen zu diskutieren; das wichtige ist, seinem eigenen Weg gut und konsequent zu folgen.“

„Die Zerstörung des Egos, seine Auflösung im kosmischen und göttlichen Bewusstsein ist auch ein Teil unserer Ansicht der Umwandlung; durch diese Zerstörung entdecken wir die wahre oder spirituelle Person, die ein ewiger Teil des Göttlichen darstellt.“

„Sich vorerst auf sein eigenes Wachstum, seine eigene Erfahrung zu konzentrieren, ist das wichtigste Erfordernis für einen Schüler – der Drang, anderen zu helfen, zieht einem von der inneren Arbeit weg. Spirituell zu wachsen ist die größte Hilfe, die man anderen geben kann, denn dann fließt ganz von selbst etwas zu denen um uns, das ihnen hilft.“

„Der erste Prozess im Yoga ist der: Entschieden sich selbst hingeben wollen. Lege dich mit deinem ganzen Herzen und all deiner kraft in Gottes Hände. Mache keine Bedingungen, bitte um nichts, nicht einmal um Vollkommenheit im Yoga; um überhaupt gar nichts, außer das eine, dass in dir und durch dich Sein Wille direkt getan werden möge.“

„Die göttliche Liebe, unähnlich der menschlichen Liebe, ist tief und weit und schweigend, man muss selbst still und weit werden, um ihrer bewusst zu werden und ihr zu antworten.“



ÜBER DIE ROLLE DES MEISTERS

„Man muss Glauben an den Meister unseres Lebens und unseres Tuns haben, selbst wenn Er sich lange Zeit verbirgt; dann, zu Seiner eigenen richtigen Zeit, wird Er Seine Gegenwart enthüllen.“

„Der Glaube an das Göttliche, an die Gnade, an den Yoga, an den Guru ist kein a-priori-Glaube, denn er gründet sich auf eine große Menge menschlicher Erfahrungen, die sich während der Jahrhunderte und der Jahrtausende angehäuft haben, sowie auf die persönliche intuitive Wahrnehmung. Es ist also eine intuitive Wahrnehmung, die durch die Erfahrung von Hunderten und Tausenden bestätigt worden ist, die sie vor uns getestet haben.“

„In der Disziplin des Yogas ist die Inspiration des Meisters und in schwierigen Stadien seine Kontrolle und Gegenwart unerlässlich; es wäre sonst unmöglich, ohne viel Stolpern und irren durch diese Stadien zu gehen; das aber würde alle Chancen auf Erfolg vereiteln. Der Meister, der sich zu einem höheren Bewusstsein und Sein erhoben hat, hilft nicht nur durch seine Unterweisung und mehr noch durch seinen Einfluss und sein Beispiel, sondern vor allem durch eine Kraft, vermöge welcher er seine eigene Erfahrung anderen mitteilt.“